Oyama Karate Bad Kötzting e. V. - DER Karateverein für ALLE in Bad Kötzting.

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OSU!

Junge Weltmeisterin begeisterte 105 Karatekas

Herrliche Sonnenstrahlen, meterweise Schnee und eine junge Weltmeisterin: Beste Bedingungen für das 13. Winter-Camp des Bad Kötztinger Vereins Oyama Karate. Auch heuer trafen sich wieder zahlreiche Karatekas aus Deutschland und Ungarn im Kolping Hotel in Lambach zu einem gemeinsamen Trainingslager. Dazu konnten sie die derzeitige Weltmeisterin Senpai Csenge Szepesi (2. Dan) als Instruktorin gewinnen. Begleitet wurde die 27-jährige dabei von ihrem Trainer Shihan Zoltán Polacsek (5. Dan)

Wie in den Jahren zuvor zeichnete sich das Kolping Hotel am Fuße des Ossers mit seinen vielfältigen Möglichkeiten wieder als beste Location für das Winter-Camp, ausgerichtet durch die Deutsche Kyokushinkai Organiation (DKO) und organisiert durch den Bad Kötztinger Verein, aus. Bereits am Freitagabend erleuchteten Fackeln den dortigen Sportplatz, wo sich die 105 Karatekas zum Willkommenstraining einfanden.

Als Neuerung und Bereicherung wurde dieses Jahr erstmals eine Kyu-/Dan-Prüfung beim Winterlager angeboten. Fünf Karatekas bereiteten sich deshalb die letzten Monate auf ihre Prüfung am Freitagabend vor. Während die Prüfer Shihan Christoph Wortmann (5. Dan) aus Hannover, Sensei Sergej Ritter (4. Dan) aus Bonn, Sensei Muzaffer "Muzi" Bacak (4. Dan), Sensei Hong Son Vu (4. Dan) und Sensei Werner Mutz (3. Dan) – alle aus Berlin nach dem Willkommenstraining mit den Prüflingen in die Sporthalle wechselten, trainierten die übrig gebliebenen Karatekas mit der jungen Gasttrainerin im Licht der Fackeln auf dem Sportplatz weiter.

Hart, härter, Kyokushinkai: Auch der Samstag bot den Karatekas bei bestem Wetter einen trainingsreichen Tag. Nach dem Morgenlauf wartete auf die Teilnehmer nicht nur das reichliche Frühstück, sondern auch Kihon- und Kata- und Kumitetraining bei Senpai Csenge Szepesi, Sensei Muzaffer Bacak und Sensei Hong Son Vu.  Dabei gab die Weltmeisterin aus Ungarn den Karateschülern einen Einblick in ihren Trainingsalltag und verriet dabei auch Tricks und Techniken, die sie sich in ihrer 10-jährigen Karatelaufbahn bereits angeeignet hat. „Eine Technik, die mir immer gut gefallen hat, ist der Mae-Geri. Diesen kann man auf zwei Arten ausführen“, so die 27-jährige. Diese beiden Ausführungen hat die Weltmeisterin für sich vereint. „Mit dem ersten Mae-Geri, richtig ausgeführt, damit man sich selbst nicht verletzt, kann ich bei meinen Gegner erst einmal einen guten Treffer erzielen. Wenn mein Gegner dann denkt, es passiert nichts mehr, setze ich den zweiten Mae-Geri in der Kombination direkt nach und kann so meinen Gegner weiter schwächen.“ Diese Kombination konnten die Kämpfer des deutschen Kaders und Dan-Träger anschließend unter der Leitung der Weltmeisterin an Schlagkissen ausprobieren und üben. Was bei der 27-jährigen so leicht aussah, erfordert jedoch viel Übung – wie die Karateschüler schnell merken sollten.

Auch bei den Farbgurten zeigte Senpai Csenge Szepesi einen Auszug aus ihrem Training. So nahm sie sich hier besonders Zeit für das Aufwärmprogramm, welches bereits einen klaren Ablauf deutlich macht. „Meistens trainieren wir zirka eineinhalb Stunden. Dabei wärmen wir uns etwa 20 Minuten lang auf, dann kommt der Hauptteil mit Kihon, Kata oder Kumite – je nachdem welchen Tag wir haben. Wir machen während des Trainings aber auch keine Gesprächs- oder Trinkpausen“, erklärt sie ihr straffes Trainingsprogramm.  Dass man beim Training auch immer mit voller Konzentration dabei sein muss, zeigte nach dem Üben von vier Blocktechniken ein kleines Spiel, bei dem Senpai Csenge Szepesi jeder der vier Blocks eine Zahl zuwies. Je nach Ansage der Zahl sollte der entsprechende Block ausgeführt werden, was bei den Karatekas nach und nach zu Verwirrungen führte.

Bei herrlichem Sonnenschein wanderten die Karatekas am Nachmittag auf den schneebedeckten Osser um dort das traditionelle Sosai Memorial Training abzuhalten. Nachdem nach zirka eineinhalb Stunden später alle am Gipfel angekommen waren, konnten die Teilnehmer nicht nur ein Blick über das Tal, sondern auch das Training in der Sonne genießen.

Gespannt freuten sich auch einige bereits auf den Sonntag, an dem für alle ein gemeinsames Kumite-Training angesagt war. Sensei Muzaffer Bacak, selbst Vizewelt- und mehrfacher Europameister, war es hierbei wichtig, dass alle miteinander kämpfen – unabhängig von der Graduierung , damit alle voneinander lernen können. Am Schluss fanden für die fünf Prüflinge die Prüfungskämpfe statt, wobei sie die Prüfer nochmals von ihrer Leistungsfähigkeit überzeugen konnten. Letztlich gelang es jedoch nur drei Prüflingen sich über eine neue Graduierung freuen zu dürfen.

 

Nachdem die Karatekas vom bereits zur Tradition gewordenen Specialtraining, welches zur Abhärtung in Schnee und Sonne stattfand, zurückkamen, war noch etwas Zeit, um mehr von und über die junge Weltmeisterin zu erfahren. Die ehemalige Leistungsschwimmerin stammt aus Ungarn und lebt in Österreich. Mit 17 Jahren kehrte sie dem Leistungsschwimmen den Rücken und wechselte zum Karate. Acht Jahre hartes Training – mehrmals die Woche – brachten Senpai Csenge Szepesi dann schließlich den Erfolg, was ihr 2015 den Weltmeistertitel bescherte.